5 Gründe, nicht auf Zucker zu verzichten

Dem Zucker wird immer öfter der Kampf angesagt und tage- wenn nicht wochenlang wird komplett darauf verzichtet: in den letzten Jahren ist Zucker zum Feind mutiert und wird für viele Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes mellitus oder Autoimmunerkrankungen verantwortlich gemacht.

Kein Zweifel, allgemein essen und trinken wir viel zu viel Zucker. Doch wenn wir einen Blick in die Vergangenheit wagen, ist Zucker für den Menschen nichts Neues. Seit seiner Existenz isst er Zucker, hatte aber im Gegensatz zu heute mit keinen negativen Auswirkungen zu rechnen. Zucker in seiner natürlichen Form ist auch nicht das Problem, denn beispielweise in Obst wird er von anderen wichtigen Nährstoffen wie Ballaststoffen, Vitaminen sowie Mineralstoffen begleitet und kommt zudem noch in viel kleineren Mengen vor. Das eigentliche Problem ist, dass der Mensch irgendwann einen Weg gefunden hat, den in Pflanzen natürlich vorkommenden Zucker zu extrahieren und er sich damit salopp formuliert selbst in die Krise der heutigen Zivilisationskrankheiten manövriert hat. Da wir darüber hinaus herausgefunden haben, wie Lebensmittel in unendlichen Massen produziert werden können, können wir auch noch so viel davon essen, wie wir wollen – immer, zu jeder Tageszeit, jeden Tag. Durch die Erfindung von Soft Drinks wird uns sogar die Anstrengung des Kauens abgenommen und wir können uns den Zucker gleich direkt in die Kehle schütten!

Doch macht es Sinn den Zucker dermaßen zu verteufeln? Ist die beste Lösung wirklich, komplett auf ihn zu verzichten oder stürzen wir uns damit in die nächste Krise?

Hier sind 5 Gründe, warum ich nicht empfehle, komplett auf Zucker zu verzichten:

1.    Ein bisschen Zucker versüßt das Leben

Der natürlich vorkommende Zucker in Obst (Fructose) ist vollgepackt mit Ballaststoffen und Antioxidantien, während der Zucker in Milchprodukten (Lactose) von Proteinen, Calcium und anderen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen begleitet wird. Die Zuckerarten sind Teil einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung. Es geht um den zugesetzten Zucker in jeglicher Ausführung in Lebensmitteln, auf den wir achten sollten. Auch zugesetzte Fructose, also Fruchtzucker ist nicht ideal, auch wenn dieser als „natürlicher“ betitelt wird.

Frühstück mit Haferflocken und Beeren

2.    Die meisten Zuckeralternativen sind auch Zucker

Reissirup, Kokosblütenzucker, Ahornsirup oder Agavendicksaft sind alles Zucker, die von unterschiedlichen Pflanzen extrahiert worden sind. Sie unterscheiden sich vielleicht ein wenig in der Zusammensetzung von den unterschiedlichen Zuckerarten, aber am Ende sind sie alle Zucker und auch hier ist zu viel einfach zu viel und kann Folgen haben. Außerdem liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, dass man sich aufgrund des Glaubens, diese „natürlichen Zuckerarten“ seien gesünder, erst recht mehr von ihnen erlaubt und somit mehr Zucker zu sich nimmt, als vorher.

3.    Verbote und Einschränkungen zerstören unsere Beziehung zum Essen

Ist euch schon einmal aufgefallen, wie groß die Lust nach etwas Bestimmtem wird, sobald ihr euch dieses Etwas verboten habt? Das ist normal und menschlich. Dasselbe gilt für Zucker. Der Verzicht auf komplette Lebensmittelgruppen führt nicht nur dazu, dass wir uns erst recht auf diese fixieren, sondern lehrt uns außerdem, unsere körperlichen Signale getrost zu ignorieren und der Diät oder einem Trend mehr zu vertrauen, als uns selbst.

Stop in Zucker geschrieben

4.    Im Grunde geht es hier auch nur um eine Diät

Auch wenn der Verzicht auf Zucker als „Lebensstiländerung“ propagiert wird, ist die Wahrscheinlich hoch, dass dieses Vorhaben für die meisten Menschen eine Schwierigkeit darstellt, die langfristig nicht zu meistern sein wird. Wie mit allen strikten Diäten, können hier anfangs Erfolge ersichtlich sein – vielleicht haben wir Gewicht verloren oder wir fühlen uns erst einmal allgemein gesünder – aber schlussendlich ist das Vorhaben zum Scheiten verurteilt und irgendwann stehen wir erst recht mit schlechtem Gewissen wieder am Anfang.

5.    Zucker schmeckt!

Gut schmeckendes Essen ist eine der schönsten Sachen der Welt und das müssen wir uns nicht verbieten. Wenn man generell Süßes mag, sollte man sich das nicht strikt verbieten. Das heißt natürlich nicht, dass man dem Zuckerwahnsinn verfallen soll. Es soll nur darum gehen, dass das „Alles-oder-nichts-Prinzip“ in der Ernährung nichts verloren hat. Wie wäre sonst so mancher Tag ohne einem Stück Schokolade oder Keks? ;-)

Ein paar Tipps:

  • Bevorzugt frische, minimal verarbeitete Lebensmittel, die ihrer natürlichen Form so nah wie möglich sind. Seid euch aber bewusst, dass das wahrscheinlich nicht immer möglich ist und es okay ist, Ausnahmen zu machen. Näheres habe ich hier zusammengefasst.
  • Seid euch bewusst, was ihr esst. Für den Anfang ist es ratsam, einen Blick auf die Zutatenliste zu wagen, um zugesetzte Zucker zu erkennen. Die Nährwerttabelle unterscheidet nicht zwischen natürlichem und zugesetztem Zucker, also solltet ihr euch wirklich die aufgelisteten Zutaten genauer anschauen. Fructose- bzw. Glucosesirup, Malzzucker, Sorbit, Maissirup usw. sind meist die Hauptverdächtigen.
  • Wenn ihr dauernde Lust auf Süßes habt, ist vielleicht generell etwas in eurer Art und Weise zu essen nicht ganz richtig. Regelmäßige Mahlzeiten mit reichlich Obst, Gemüse, Eiern, Nüssen, Milchprodukten oder Alternativen, Vollkornprodukten und ab und zu Fleisch und Fisch für Allesesser sollten starken Gelüsten nach Zucker entgegenwirken. Auch Schlafmangel kann zur Zuckerlust führen, also achtet auf euren regelmäßigen Schönheitsschlaf.
  • Doch wenn die Lust einfach einmal da ist, dann gönnt euch etwas und genießt es!

Und merkt euch eines: Jedes Stück Schokolade, jedes Eis und jeder Lutscher darf auch Teil einer gesunden Ernährung sein – aber wie immer kommt es auf die Menge an!

Verschiedene Obstsorten

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