Antientzündliche Ernährung: Was ist das überhaupt?

Entzündungen können im Körper aus unterschiedlichen Gründen entstehen. Einige alltägliche Faktoren wie zum Beispiel Luftverschmutzung, Zigarettenrauch oder regelmäßige Schlafprobleme können Entzündungen begünstigen. Zudem spielt Stress eine zentrale Rolle bei deren Entstehung. Andererseits können Entzündungen auch lokal an spezifischen Stellen des Körpers durch Verletzungen oder bei Allergien, Asthma und Krankheit entstehen. Manche chronische Erkrankungen ziehen Entzündungen nach sich, sowohl lokal als auch im ganzen Körper.

Studien geben Hinweise darauf, dass bestimmte Nahrungsmittel und Nahrungsmittelbestandteile dabei helfen können, das Risiko für die Entstehung solcher Entzündungen zu reduzieren und den Schweregrad bereits existierender Entzündungen zu mindern. Die antientzündliche Ernährung zielt nun genau auf diese Nahrungsmittel ab.

 

Was ist eine antientzündliche Ernährung?

Anders als viele andere Diäten und Ernährungstrends, klingt sie recht unspektakulär, kann aber wesentliche Auswirkungen haben. Es handelt sich hier nicht um eine Diät sondern um eine langfristige Ernährungsweise, die sich an die Empfehlungen einer allgemein gesunden und abwechslungsreichen Ernährung orientiert und somit nicht nur positive Auswirkungen auf die Gesamtgesundheit hat, sondern auch auf das Risiko für die Entstehung vieler chronischer Erkrankungen und auf die Therapie von beispielsweise rheumatischen Erkrankungen oder Asthma bronchiale.

 

Entzündungshemmende Ernährung bei akuten und stillen Entzündungen

Chronische Krankheitsbilder wie rheumatische Erkrankungen, die mit akuten entzündlichen Prozessen im Körper einhergehen wirken sich drastisch auf die Lebensqualität aus. Die Therapie besteht hier vor allem aus der ärztlichen, medikamentösen und physikalischen Behandlung, aber auch die Ernährung kann hier unterstützen.

Doch nicht nur „offensichtliche“ Erkrankungen profitieren von einer antientzündlichen Ernährung, sondern auch sogenannte „stille Entzündungen“. Diese gehen nicht mit den typischen Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung oder Hitze einher, sondern bestehen dauerhaft und bleiben häufig unbemerkt. Diese stillen, leichten Entzündungen gelten als wesentliche Faktoren bei der Entstehung von Arteriosklerose (Arterienverkalkung), Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.  Ein klassischer Auslöser ist hier starkes Übergewicht, also die Adipositas, denn stille Entzündungen findet man vor allem im Fettgewebe, allen voran im Bauchfett. Dieses produziert Hormone und unter anderem Zytokine (Botenstoffe der Entzündung), die bestimmte Prozesse im Körper beeinflussen und so langfristig zu einer Insulinresistenz und in weiterer Folge zu einem gestörten Kohlenhydratstoffwechsel führen können – Diabetes mellitus Typ 2 ist das Resultat.

Antientündliche Ernährung mit Blaubeer-Smoothie-Frühstück

 

Welche antientzündlich wirkenden Stoffe gibt es?

Es gibt sehr viele Stoffe, die antientzündlich wirken. Folgende Stoffe stellen eine kleine Übersicht dar:

  • Ganz allgemein sind Obst und Gemüse, pflanzliche Öle sowie Nüsse und Samen reich an bioaktiven Pflanzeninhaltsstoffen für die Zellregulation, den Zellschutz und zur allgemeinen Unterstützung des Immunsystems. Polyphenole sind die Klassiker in der entzündunghemmenden Ernährung und prägen Farbe, Geruch und Geschmack von Obst und Gemüse. Zudem wirken Polyphenole nicht nur entzündungshemmend sondern auch antioxidativ und antiallergisch. Das bedeutet? Zu den Polyphenolen gehören vor allem Phenolsäuren und Flavonoide, sowie Cumarine und Lignane. Phenolsäuren kommen vor allem in Kaffee und grünem Tee vor. Beerenobst (frisch und getrocknet), Ingwer, Knoblauch und Zwiebeln sind nur ein paar Beispiele, die reich an Polyphenolen sind.
  • Vitamin C und Vitamin E, Vitamin A und Beta-Carotin aus Obst und Gemüse sowie (kaltgepressten) pflanzlichen Ölen
  • Zink und Selen, Magnesium vor allem aus Vollkorngetreideprodukten
  • Omega-3-Fettsäuren: Sie wirken stark entzündungshemmend und sind aus der Ernährungstherapie nicht mehr wegzudenken. Sie kommen in hohen Mengen vor allem in pflanzlichen Ölen wie Lein-, Hanf- oder Walnussöl sowie in fettreichen Fischsorten wie Lachs und Makrele vor. Außerdem verdrängen sie die entzündungsfördernde Arachidonsäure, die vor allem in tierischen Produkten zu finden ist.
  • Kräuter und Gewürze: unter anderem Rosmarin, Bärlauch, Basilikum, Majoran, Petersilie, Kurkuma (Curcumin), Ingwer (Gingerol), Zimt, Chili und einige mehr
  • Zwiebeln und Knoblauch: Sie zeichnen sich durch antioxidativ und entzündungshemmende Schwefelverbindungen aus.
  • Ballaststoffe: Auch die Darmgesundheit ist ein wichtiger Faktor. Aus diesem Grund spielen Ballaststoffe eine zentrale Rolle, denn diese sorgen für eine regelmäßige Verdauung, versorgen unsere Darmflora mit wichtigen Stoffen und können so zu einem gesunden Immunsystem beitragen.

 

Wann ist eine antientzündliche Ernährung sinnvoll?

Wenn man bedenkt, dass wir tagtäglich unterschiedlichen Giftstoffen aus der Umwelt ausgesetzt sind, ist eine antientzündliche Ernährung für jede und jeden sinnvoll. Auch für Allergiker und Asthamtiker macht sie Sinn. Bei chronischen Erkrankungen, die mit akuten Entzündungsschüben einhergehen wie beispielsweise rheumatische Erkrankungen stellt die Ernährung eine wertvolle Ergänzung in der Gesamttherapie dar.

Frischer Bärlauch für eine antientzündliche Ernährung

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