Heuschnupfen mit Ernährung in den Griff bekommen

Da ich selbst Allergikerin bin und ungefähr 8 Monate im Jahr unter Heuschnupfen und Kreuzallergien leide sowie gegen bestimmte Tiere allergisch bin, habe ich einen Selbstversuch gestartet – Ich habe meine Ernährung umgestellt! Was ich trotz bereits gesunder und ausgewogener Ernährung noch verändert habe und wie der Selbstversuch verläuft, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

WICHTIG: Hier geht es um „ungefährlichere“ Allergien wie Heuschnupfen, in gewissem Maß allergisches Asthma und Kreuzallergien. Bestimmte lebensgefährliche Allergien wie Erdnuss- oder Bienenallergien, die in kleinsten Spuren schwerste Reaktionen hervorrufen können, sind NICHT Teil dieses Beitrags!

 

Meine Erfahrungen mit Heuschnupfen

Seit ich etwa 10 Jahre alt bin, habe ich Heuschnupfen. Ich hatte schon damit gerechnet, dass es auch mich treffen wird, da mein älterer Bruder bereits damit zu kämpfen hatte und meine Mutter uns das einfach mit in die Wiege gelegt hat (Sorry Mama 😉). Angefangen hat es mit juckenden Augen, niesen und ein bisschen Schnupfen – die typischen Symptome eben. Nachdem diese jährlich stärker wurden, haben meine Mutter und ich eine Hyposensibilisierung gemacht, das heißt wir haben uns im Wechsel wöchentlich oder monatlich Spritzen verpassen lassen, um den Körper an die Stoffe zu gewöhnen, die er so fleißig versucht hat, zu bekämpfen. Die ganze Prozedur dauerte 3 Jahre und es wurde auch besser. Bis zu dem Zeitpunkt, als es wieder schlimmer wurde.

Mit Anfang 20 kam der Heuschnupfen, um zu bleiben. Zudem kam er früher im Jahr und blieb länger – mein Immunsystem hat komplett verrückt gespielt. Am schlimmsten traf es bei mir immer die oberen Atemwege – Schnupfen bis zur Verzweiflung. So verzweifelt, dass ich angefangen habe, abschwellende Nasensprays zu verwenden und ich mich im nächsten Teufelskreis wiedergefunden habe, denn die Dinger können stark abhängig machen! 2 volle Jahre ging das so. Daraufhin folgte der kalte Entzug mit Cortison-Nasenspray und dem sogenannten „Etagenwechsel“ in die unteren Atemwege: Willkommen in meinem Leben, Asthma.

Kurzum: ich habe in diesem Bereich viele Erfahrungen gemacht und war angewiesen auf viele Medikamente. Bis ich mich vor 2 Monaten dazu entschieden habe, dass ich das so nicht mehr möchte und, dass gerade ich als Diätologin versuchen muss, den Heuschnupfen über die „andere Medizin“, nämlich die Ernährung zu „behandeln“.

 

Was passiert bei Allergien eigentlich?

Unter einer Allergie (Überempfindlichkeit) versteht man eine überschießende Reaktion des Immunsystems nach wiederholtem Kontakt mit Stoffen, die von ihm als fremd erkannt werden. Diese Stoffe werden Allergene genannt. Bei Allergenen handelt es sich immer um Eiweißkörper, die, wenn eine Allergie vorliegt, dafür sorgen, dass im Körper Abwehrstoffe (Antikörper) gebildet werden. Werden diese Antigene vom Immunsystem als fremd erkannt, wird aus sogenannten Mastzellen der Stoff Histamin ausgeschüttet, der für die typischen allergischen Symptome wie Juckreiz, Schwellung, Rötung und Reizung verantwortlich ist.

Zu den Allergenen zählen viele Stoffe, die an verschiedenen Stellen (Haut, Atmungsorgane…) unterschiedliche Reaktionen bei Allergikern auslösen können. Dazu zählen zum Beispiel Pollen, Pilzsporen und Tierhaare, aber auch Nickel, Konservierungsstoffe, Nahrungsmittel (Milch, Eier, Schalentiere…) und Insektengift.

 

Warum soll die Ernährung etwas bringen?

Es gibt einige Möglichkeiten, wie man mit der Ernährung oder besser, mit in der Nahrung vorkommenden Stoffen, gegen bestimmte Allergien, insbesondere Heuschnupfen und Kreuzallergien, und/oder deren Ausmaß vorgehen kann.

Einerseits gibt es Lebensmittel, die von Natur aus Histamin enthalten oder dafür sorgen, dass vermehrt Histamin im Körper ausgeschüttet wird und somit allergische Reaktionen verstärkt werden. (Nicht zu verwechseln ist hier eine allgemeine Histaminintoleranz, die unabhängig von Allergien auftreten kann.) Zu den Klassikern, die viel Histamin enthalten, gehören Fisch, reifer Käse, Schokolade, Tomaten, Erdbeeren, Sauerkraut, Hülsenfrüchte und Alkohol. Letzteres habe ich während der Heuschnupfenzeit immer sehr stark gespürt – ein Glas Wein oder Bier und meine Nase war zu. Daher macht es Sinn, diese Lebensmittel nur eingeschränkt zu konsumieren bzw. für sich herauszufinden, welche diese Reaktionen hervorrufen oder verstärken. Tomaten, Schokolade oder Erdbeeren machen mir persönlich beispielsweise gar nichts aus.

Zudem spielen viele Inhaltsstoffe aus der Nahrung für unzählige Stoffwechselvorgänge im Körper eine große Rolle, unter anderem auch für jene Vorgänge, die das Immunsystem bzw. die Bildung von Histamin beeinflussen können. Und vor allem hier kann man ansetzen!

Mikronährstoffe gegen Heuschnupfen

In den letzten Monaten habe ich mich intensiver mit Mikronährstoffen und deren Einfluss auf unseren Körper auseinandergesetzt. Sehr oft wird die Wirkung von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen unterschätzt, die Makronährstoffe jedoch bis ins Unendliche diskutiert. Unser Stoffwechsel würde ohne Mikronährstoffe nicht funktionieren. Ist der Körper zusätzlich mit der Abwehr beschäftigt, im Fall von Heuschnupfen mit Allergenen, steigt der Bedarf an bestimmten Mikronährstoffen sogar noch weiter an.

Die orthomolekulare Medizin beschäftigt sich mit der Mikronährstofftherapie – also dem gezielten Einsatz von teilweise hochdosierten Mikronährstoffmengen, um einerseits Mängel aufzuheben und andererseits einen Mehrbedarf abzudecken und bestimmte Krankheiten (begleitend) zu behandeln. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um ein Teilgebiet der Medizin. Daher ist hier zum Teil Vorsicht geboten, denn man kann nicht alle Hochdosierungen von Mikronährstoffen blind selbst durchführen, sondern nur in Absprache mit einem in diesem Fachgebiet ausgebildeten Arzt!

Ich stelle euch im Folgenden die Nährstoffe vor, die bei Heuschnupfen helfen können, gebe hierzu aber keine genauen Mengen an. Hierzu solltet ihr euch selbst informieren oder euch in ernsteren Fällen wirklich mit einem Arzt besprechen, um euren individuellen Bedarf ermitteln zu lassen!

  • Vitamin C (Ascorbinsäure): ist ein klassisches Antioxidans, was neben anderen unzähligen Vorgängen im Körper auch den Histaminspiegel reguliert. Ein unzureichender Vitamin C- Status erhöht den Histaminspiegel im Blut. Ein hoher Histaminspiegel wiederum kann Allergien und Asthma negativ beeinflussen. Zwar kommt Vitamin C in sehr vielen Lebensmitteln natürlicherweise vor, jedoch kann es Sinn machen, dieses für eine gewisse Zeit gezielt zu supplementieren.
  • Calcium: Neben seiner klassischen Rolle als essentieller Stoff für den Aufbau von Knochenmasse, besitzt Calcium auch eine antiallergische Wirkung, indem es die Mastzellen, die das Histamin ausschütten, stabilisiert. Calcium kommt nicht nur klassisch in Milch und Milchprodukten vor, sondern auch in grünen Gemüsesorten, Nüssen und Samen sowie Mineralwasser.
  • Magnesium: spielt auch bei Entzündungen eine Rolle und kann somit bei Entzündungserscheinungen in der Lunge aufgrund von Asthma regulierend wirken. Magnesium kommt vor allem in (Vollkorn-) Getreide, Nüssen und Mineralwasser vor. Hier kann es auch Sinn machen, in der Heuschnupfenzeit zu supplementieren.
  • Mangan: ist als Bestandteil der Mangansuperoxiddismutase (schöner Name) ein wichtiges Antioxidans. Es kommt vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchte, Gemüse und Getreide vor. Wer sich abwechslungsreich ernährt, sollte hier keine Probleme haben.
  • Zink: ist an unzähligen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Es ist ein absolutes Multitalent, ohne das im Immunsystem nichts so läuft, wie es sollte. Einerseits ist es Teil vieler Enzyme, andererseits wirkt es auch entzündungshemmend und reguliert die Immunantwort. Zink wird sehr häufig auch übersehen: ein Zinkmangel ist gar nicht so selten, vor allem unter Allergikern. In folgenden Lebensmitteln ist Zink in größeren Mengen enthalten: Linsen, Bohnen, Haferflocken, Vollkorn und in Nüssen. Auch hier kann eine Supplementation aushelfen.
  • µ-Linolensäure (GLS): ist eine Omega-6-Fettsäure, die nicht wie einige ihrer Omega-6-Kollegen entzündungsfördernd, sondern -hemmend wirkt. Zudem zeigt die GLS eine Mastzell-stabilisierende und somit antiallergische Wirkung. Der Körper kann diese Fettsäure aus anderen Fettsäuren selbst herstellen, herrschen aber noch andere Nährstoffmängel (z.B. Zink) kann das einen Mangel an GLS begünstigen – ein schönes Zusammenspiel also. GLS kommt natürlicherweise in größeren Mengen in Nachtkerzen- und Borretschöl vor.

 

Was mache ich jetzt genau?

Straight forward: ich ernähre mich seit gut 2 Monaten sehr pflanzenbasiert, also vegetarisch bis vegan. Ich habe mich in letzter Zeit sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt, vor allem aus der Motivation heraus, dass ich die „Behandlung“ meiner Allergien neben regelmäßiger Tabletteneinnahme, Nasen- und Asthmasprays möglicherweise selbst in die Hand nehmen kann.

Zu dieser „Basisernährung“ mache ich noch folgendes:

  • Smoothies: Gemüse und Obst in geballter Form! Alle Mikronährstoffe auf einen Haufen. Meistens trinke ich einen grünen Smoothie mit einer Hand voll Spinat oder Grünkohl oder mit frischen Kräutern (Petersilie, Minze, Basilikum…) und mit einem Stück Obst wie z.B. einer Banane, Kiwi oder einem Schuss Orangensaft. Dazu gebe ich immer einen Teelöffel Leinöl (Omega-3-Fettsäuren), einen Teelöffel Nachtkerzenöl (GLS – siehe oben), ein großzügiges Stück Ingwer und Zitronensaft. Herrlich! Spinat und Co enthalten schon eine größere Menge der oben genannten Mikronährstoffe und sorgen ganz leicht für die Extraportion Gemüse. Weitere Smoothie-Rezepte findet ihr hier und hier!
  • Zusätzliche Nahrungsergänzung mit Zink, Magnesium und Vitamin C. Hier muss man auch auf die Zusammensetzung der Tabletten oder Kapseln achten, da nicht alle vom Körper gut aufgenommen werden können. Für mehr Infos dazu könnt ihr mich gerne kontaktieren!

Und wie geht’s mir jetzt?

Kurz und knapp: Im Vergleich zu den Jahren zuvor HERRLICH! Ich musste erst zweimal Tabletten nehmen, obwohl die Pollensaison in diesem Jahr wirklich sehr stark ist. Kein Nasenspray und so gut wie kein Asthmaspray mehr. Ich bin mehr als happy mit meinem Selbstversuch und werde das weiterhin so betreiben.

Wenn ihr ähnliche Erfahrungen habt und auch versuchen wollt, über die Ernährung Verbesserungen zu erzielen, kann ich euch sehr gerne dabei unterstützen!

 

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