Wie super sind Superfoods?

Superfoods sind voll im Trend. Sie sollen zur Verbesserung der Gesundheit beitragen und Krankheiten vorbeugen – oft sogar heilen. In der größten Enzyklopädie der Welt habe ich eine passende Definition von Superfood entdeckt:

 

„Superfood ist ein Marketingbegriff, der Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen beschreibt.“

 

Damit trifft der nette Autor des Wikipediaartikels den Nagel auf den Kopf. Viele dieser Superfoods unterliegen einem derzeitigen Ernährungstrend und diversen Marketingstrategien, um Produkte zu bewerben und letzten Endes Geld damit zu verdienen. Braucht es Weizengras, um die Vitaminzufuhr zu erhöhen? Können Goji-Beeren aus China tatsächlich unsere Gesundheit optimieren? Sind Acai- Beeren aus Brasilien für eine gesunde Ernährung besser als unsere heimischen Beeren?

Klare Antwort: Nein. Keine Frage, es handelt sich bei diesen Produkten um ursprünglich vitaminreiche Lebensmittel, doch was genau macht sie zum „Superfood“? Viele der exotischen Wundermittelchen kommen aus weit entfernten Ländern wie Südamerika und China. Diese Früchte, meistens Beeren, werden bei uns meist nur getrocknet oder verarbeitet angeboten. Dadurch hat sich der Großteil des Vitamingehalts bereits verabschiedet und die angeworbene Wirkung lässt auf sich warten.

Auch der Hype um Chiasamen ist rasant gestiegen. Aber was können diese aus Mittelamerika stammenden Samen besser, als unsere ehemals sehr trendigen Leinsamen? Leinsamen (vor allem Leinöl) sind wie Chiasamen vollgepackt mit Omega-3-Fettsäuren, welche Augen, Hirn und Herz gut tun. Durch ihre Fähigkeit Wasser zu binden, sind Leinsamen zudem ein optimales natürliches Mittel, um die Darmaktivität und somit die Verdauung zu fördern. Außerdem werden sie im Gegensatz zu den Chiasamen bei uns angebaut und sind somit ein regionales Produkt.

Doch auch auf regionaler Ebene tut sich einiges und viele unserer Gemüsearten werden plötzlich zum Trend. Viele dieser „neuen“ Trendlebensmittel sind aber gar nicht so neu. Der Grünkohl war früher ein billiges, regionales Gemüse, welches im Winter erhältlich war und vielen sogar das Überleben gesichert hat. Heute ist er zum Superfood mutiert und oft Hauptzutat der Grünen Smoothies. Dasselbe gilt für Wurzelgemüse wie beispielsweise Rohnen (Rote Beete) oder Pastinaken. Früher als langweilig und einseitig abgestempelt, sind sie derzeit voll in Mode und werden für weit mehr als nur für Salat, Suppen und Eintöpfe verwendet.

 

Superfoods

 

Etwas positives hat diese Entwicklung ja dennoch: den Weg zurück zum Ursprung sozusagen. Die bis vor kurzem wenig beachteten Gemüsesorten feiern ein Comeback und sorgen vor allem in den Wintermonaten für Abwechslung. Doch sind sie nicht wegen ihrer Wirkung als „Superfood“ hervorzuheben, sondern weil sie auch ohne Trendfunktion immer schon zu einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung beitragen konnten.

Unser Gemüse- und Obstangebot ist derart vielfältig, dass wir erst recht auf keine Wundermittelchen aus fernen Ländern angewiesen sind. Genauso wenig, wie andere Länder darauf angewiesen sind, unsere Lebensmittel als Superfoods zu verkaufen. Oder habt ihr schon einmal von einem Chinesen gehört, der keine Goji-Beeren, aber aus Österreich importierte Heidelbeeren isst? ;-)

 

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