Glutenfreie Ernährung bei Endometriose: ja oder nein?

Endometriose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, von der etwa jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter betroffen ist und bei der das Gewebe, das dem der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnelt, sich auch außerhalb der Gebärmutter ansiedelt. Dabei kommt es zu Symptomen wie Beckenschmerzen, die auch in die Beine ausstrahlen können, Schmerzen während der Periode und beim Geschlechtsverkehr, sehr starker Regelblutung, Müdigkeit, Schmerzen beim Stuhlgang und starken Krämpfen.
Manche Frauen haben mit sehr starken chronischen Schmerzen zu tun, die nicht nur den Alltag, sondern auch die gesamte Lebensqualität und die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Vor allem, wenn sie nicht gut behandelt wird.
Gibt es die „richtige Endometriose-Ernährung“?
Eine Therapiesäule ist die Ernährung, die dabei unterstützen kann, Schmerzen und Entzündungen besser in den Griff zu bekommen sowie individuelle Unverträglichkeiten und Verdauungsprobleme zu behandeln. Die „richtige Endometriose-Ernährung“ steht immer wieder unter Diskussion – nicht nur innerhalb der Endo-Community, sondern auch unter Fachkräften. Da Endometriose sowohl eine hormonabhängige Erkrankung ist (insbesondere von Östrogen) als auch chronisch entzündliche Prozesse im Körper auslöst, wird auch die glutenfreie Ernährung immer wieder empfohlen.
Unter Gluten versteht man eine Gruppe von Proteinen, die unter anderem in Weizen, Gerste, Roggen und Dinkel vorkommen. Für Personen mit Zöliakie ist Gluten der Grund für eine Autoimmunreaktion im Darm, die die Darmschleimhaut schädigt und zu ernsthaften Symptomen führen kann, sofern sie nicht behandelt wird. Hingegen stellt Gluten für Personen, die keine Zöliakie haben, kein Problem dar.
Aber wie sieht das jetzt bei Endometriose aus?
Glutenfreie Ernährung bei Endometriose?
Was soll man sagen: die Studienlage ist einfach noch schlecht. Es gibt eine Studie aus dem Jahr 2012, die über 12 Monate untersucht hat, ob sich eine glutenfreie Ernährung bei Endometriose auf die Schmerzen und Symptome auswirkt (Marziali et al., 2012). Dabei wurde beobachtet, dass bei 75% der Frauen die Schmerzen signifikant besser wurden, nachdem sie Gluten für ein Jahr lang aus ihrer Ernährung strichen.
Das klingt nach vielversprechenden Ergebnissen, allerdings weiß man nicht, ob die Verringerung der Schmerzen wirklich auf die glutenfreie Ernährung zurückzuführen ist oder ob die Ernährung generell ausgewogener gestaltet wurde, da ja bewusst auf das Gluten geachtet wurde. Ein weiterer Grund für diese Ergebnisse könnte sein, dass glutenhaltige Lebensmittel sehr oft auch sogenannte FODMAPs enthalten, vor allem Fructane im Weizen. Diese können bei Betroffenen mit Endometriose noch einmal mehr für Darmbeschwerden und -schmerzen verantwortlich sein.

Die Frage aller Fragen: sollst du jetzt glutenfrei essen oder nicht?
In den allermeisten Fällen, macht es nicht Sinn, pauschal komplett auf jegliche glutenhaltige Lebensmittel zu verzichten, sondern in erster Linie darauf zu achten, mehr Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe in Form von Gemüse, Obst, guten Fetten und Ballaststoffen in die Ernährung zu integrieren. Damit schränkst du dich nicht ein, sondern integrierst mehr Lebensmittel, die dir gut tun und wirst dabei, wenn dann, „glutenbewusster“. Folgendes darf man nicht vergessen: Mit einer strikten glutenfreien Ernährung ist es wesentlich schwieriger die empfohlene Ballaststoffmenge aufzunehmen, da vor allem auch Vollkorngetreide viele Ballaststoffe enthält und diese für die Darmgesundheit wichtig sind. Über die antientzündliche & darmgesunde Ernährung bei Endometriose habe ich bereits einen Blogbeitrag geschrieben.
Wenn du aber den Verdacht hast, dass du irgendwas nicht verträgst, dann ist es wichtig, genauer hinzuschauen. Könnte Gluten dahinterstecken? Dann lass unbedingt beim Arzt abklären, ob es sich um eine Zöliakie handelt oder nicht, denn eine Zöliakie hat sehr wohl auch Einfluss auf deine Endometriose. Aber es gibt noch viele weitere Faktoren in der Ernährung, die zu Beschwerden führen können und meistens ist es eben NICHT das Gluten. Ausschlaggebend ist, dass du deine Ernährungsstrategie herausfindest, die nachweislich deine Schmerzen und Symptome verbessert und zu dir passt. Ich unterstütze dich dabei gerne! Mein Angebot findest du unten.
Literaturquellen
Marziali, M.; Venza, M.; Lazzaro, S.; Lazzaro, A.; Micossi, C.; Stolfi, V.M. Gluten-free diet: A new strategy for management ofpainful endometriosis related symptoms? Minerva Chir. 2012, 67, 499–504.
1:1 Ernährungsberatung
Wenn du deinen persönlichen Ernährungsfahrplan bei Endometriose gehen möchtest, dann unterstütze ich dich gerne dabei. Ich begleite dich bei deiner Ernährungsumstellung, damit du
• Entzündungen und Schmerzen reduzieren,
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• deinen Alltag trotz deiner chronischen Erkrankung langfristig wieder besser meistern kannst
Ich habe unterschiedliche Ernährungsprogramme entwickelt. Du findest hier bestimmt das richtige für dich!
Hier erfährst du mehr zu meinen 1:1 Ernährungsberatungen und -programmen bei Endometriose.
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